Die Bedrohung der individuellen Freiheit durch den Staat wird von vielen Kollegen betont, besonders beim Abbau von Datenschutz und Bürgerrechten zu Recht. Was der Stern da ans Tageslicht bringt, wenn es nicht so ein Fiasko wie bei den Hitlertagebüchern ist, zeigt etwas überdeutlich: Es gibt auch private Organisationen, die in die Rechte von Individuen eingreifen und diese aushebeln möchten.
Dem «Stern» liegen mehrere hundert Seiten interner Lidl-Protokolle vor, in denen jeweils mit Tag und Uhrzeit notiert ist, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat, wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur «introvertiert und naiv wirkt». Die meisten dieser Einsatzberichte stammten aus Lidl-Filialen in Niedersachsen, dazu kommen einzelne Abhörberichte aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein.
Der Kern der Sache liegt nicht bei etwas, das man Staat nennt und bei Politik, sondern beim Wunsch, Macht über andere auszuüben und sie zu kontrollieren, zu beherrschen. Um die eigene Position unangreifbar zu machen. Welcher Mittel sich der, der danach strebt, bedient, ist austauschbar.
Ein älterer Kollege, mittlerweile im Ruhestand, eher Sozialdemokrat, hat mir mal gesagt, 100 Jahre lang seien Arbeitnehmerrechte erkämpft worden und nun seien wir wieder am Anfang angelangt. Es gibt zig tausend Unternehmen in Deutschland, insgesamt übertreiben solche Gewerkschaftsnahen wie der Kollege, aber in manchen Fällen haben sie auch schlicht Recht. Und wenn die Sklaverei wieder legal wäre, der eine oder andere würde selbstverständlich auch die wieder einführen. Solche Leute gilt es zu stoppen, auch im Interesse der anständigen Unternehmen.
Ob private oder staatliche “Stasi” ist wurscht, gegen jede “Stasi”.
Noch ein Zitat dazu: “Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.” - Abraham Lincoln
@NUB
[ironie] Lidl ist sicherlich von grobmotorischen Etatisten unterwandert, die den arglosen Unternehmern weiss machten, Manager zu sein. Es muß einfach mehr Libertäre wie diesen Barden geben, die einem die Welt erklären und Parzifal gleich die Amfortas-Unternehmen vor solchen bösen Machenschaften krypto-etatistischer Menschen schützt. Das gebe es nicht so etwas. Dann würde selbst der fleischfressende Löwe friedlich neben den Antilopen weiden [/ironie]
Bei Asterix wussten sie immer, was sie mit dem Barden machen.
Spaß beseite.
Was fördert das freie Miteinander und freie Menschen?
Vertrauen
Vertrauen bedeutet natürlich nicht Gleichgültigkeit, sondern forderndes Fördern
Mißtrauen fördert unfreie Menschen und ein unfreies Miteinander und Organisationen, die denen, die mißtrauen, mißtrauen.
Wer von Kindheit die Erfahrung gemacht hat, das ihm mißtraut wird, mißtraut allen, auch sich selbst und vererbt das Mißtrauen an seine Kinder weiter, die mit viel Energie sich von diesem Erbe befreien müssen.
Das gilt ohnehin für die Kindererziehung. Nicht nur Verbote und Gebote zählen, was die Eltern vorleben macht glaubwürdig oder unglaubwürdig.