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Sicherheit, Verteidigung, Recht und andere “Produkte”

21. Februar 2008 · 25 Kommentare

Es kommt immer wieder mal zu putzigen Dialogen zwischen Anarchokapitalisten und Minimalstaatlern (von ersteren auch liebevoll Staazis genannt). Konkrete Fragen, was “man” denn nun tun solle, werden dann meistens mit Weisheiten aus dem Taschenkalender abgebügelt. Z.B.:

Du willst (oder gibst vor zu wollen?) politik-induzierte Katastrophen durch noch mehr Politik heilen. Das ist die Logik von “Dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz”.

Oder:

Es gibt keine richtige Politik! Und Du wirst von mir auch nie eine befriedigende Antwort erhalten, wie denn Raub, Vergewaltigung, Sklaverei und Mord “richtig” zu machen sei! Mit einem krummen Lineal läßt sich kein gerader Strich ziehen.

(Beides DDH)

Ab und zu ist der Antistaazi aber auch bereit und willens sich zu erbarmen und mit einer Leseempfehlung zu punkten, wie in diesem Fall DDH.

Und der Lesetipp lautet: http://www.mises.org/etexts/defensemyth.pdf

HHH also, Hans-Hermann Hoppe.

Um mal frischen Wind in die etatistischen Buden zu blasen, kann das nicht verkehrt sein, auch wenn man kein Fan dieses Herrn ist. Man liest ja nicht nur, womit man gleich übereinstimmt und wen man mag — sonst Gefahr des Sektierertums und der Eigenbrödlerei, liebe Staazis und Antistaazis!

Hier soll es aber um etwas anderes gehen. Kann man Sicherheit, Verteidigung, Recht und verwandte, meist staatliche Monopole wie ein Produkt betrachten und dabei wissenschaftlich präzise bleiben? Grundsätzlich kann man alles als Produkt betrachten, selbst die menschliche Zuneigung, so rein ökonomisch alles irgendwie Geschäfte oder ein Tauschhandel, oder? Schwer in diesen Kategorien erfassbar sind aber solche Phänomene wie Patriotismus oder Nationalstolz, Religiösität, Liebe zu den Menschen (also irgendwie zu allen anderen, obwohl man sie gar nicht alle kennt), Solidarität oder ein Berufsethos.

HHH führt die Terroranschläge des 11. September 2001 an.

The U.S. government commands a “defense” budget of $400 billion per annum, a sum equal to the combined annual defense budgets of the next 24 biggest government spenders. It employs a worldwide network of spies and informants.
However, it was unable to prevent commercial airliners from being hijacked and used as missiles against prominent civilian and military targets.

Worse, the U.S. government did not only fail to prevent the disaster of September 11, it actually contributed to the likelihood of such an event. In pursuing an interventionist foreign policy (taking the form of economic sanctions, troops stationed in more than 100 countries, relentless bombings, propping up despotic regimes, taking sides in irresolvable land and ethnic disputes, and otherwise attempting political and military management of whole areas of the globe), the government provided the very motivation for foreign terrorists and made the U.S. their prime target.

Und da haben wir sie schon, die Politik, auf die DDH anspielt und mit der andere Politik korrigiert wird, was weitere Politik nach sich zieht. Warum Menschen sich zu größeren Gruppen zusammenfinden und eigene abstrakte und praktische Vorstellungen entwickeln, die sie in Form von Herrschaft oder als Kultur verbreiten wollen, überlassen wir doch lieber kompetenten Wissenschaftlern.

Was Hoppe tut, ist aber nichts anderes als Sicherheit, Verteidigung und Recht von Politik zu lösen und sie als Produkte zu definieren. Politik wäre dann allenfalls Firmenpolitik, nicht aber die Politik von Staaten, die es in der Form nicht mehr geben könnte.

So als unbedarfter Staazi fragt man sich da schon, wo eigentlich der Unterschied zur Arbeitsweise der Mafia besteht? Auch für die Mafia ist ihre Vorstellung von Sicherheit, von Recht und von Verteidigung verbunden mit ihrem Ethos Privatsache. Eine andere Familie mag da wieder andere Ansichten haben. Dass Privatheit nicht vor Herrschaft schützt oder vor dem Bestreben, aus Privatheit wiederum Staat zu machen, nachdem dieser abgeschafft wurde, beweist eigentlich schon die Existenz der Mafia, der Schattenwirtschaft, der Korruption. Staat ist demnach auch nicht die Ursache der Erscheinungen, die Staat zur Folge hat, sondern vermutlich nur eine Variante einer Erscheinung, die größere Menschenmassen immer hervorbringen in ihrem Bestreben, Wohlstand und Macht zu erlangen und zu sichern.

Nicht zu widerlegen ist aber HHHs Argument, ein Monopol sei immer schlecht für den Konsumenten. Weil es die Preise eher nach oben treibt, während die Qualität schlecht sein kann. Es bietet ja sonst keiner etwas an, auf das der Konsument ausweichen könnte. Dabei ist es für den Konsumenten bei der Beurteilung von Qualität und Preis aber wurscht, ob er es mit einem staatlichen Monopol oder einem privaten (etwa einer Mafia, die in ihrem Gebiet die Vorherrschaft erstritten hat) zu tun hat. Es wird nicht durch staatlich oder privat besser oder schlechter, sondern durch den Wettbewerb als solchen.

Aber wie kann man die Qualität von “Produkten” wie Sicherheit, Verteidigung und Recht überhaupt messen? Jedes Produkt wird vom Konsumenten danach beurteilt, ob und wie stark es den Erwartungen entspricht. Die Erwartungen an einen Kaffeeautomaten sind komplexer als die Erwartungen an eine Kaffeetasse, ein Computer ist komplizierter als ein Toaster, hat also auch mehr “Enttäuschungspotenzial” beim Konsumenten. Das Potenzial, nicht den Erwartungen zu entsprechen, geht bei Sicherheit, Verteidigung, Recht quasi gegen unendlich, während die Vorstellungen mit zunehmender Komplexität immer weiter zwischen den Konsumenten divergieren, was bekanntlich zu Staazis und Antistaazis und anderen Erscheinungen führt.

So kann sich eine Oma sicher fühlen, weil an der Straße ein Polizist steht, sicher fühlen heißt noch nicht sicher sein. Zu Produkten gibt es oft ein Markenimage, das die Convenience unterstützt. Das Markenimage eines Polizisten ist dann halt doch noch höher als das eines Sicherheitsdienstes. Der Hausbesitzer ist mit seiner nagelneuen Alarmanlage hoch zufrieden, weil er noch nicht weiß, dass der Einbrecher, der morgen einsteigen wird, kurz nachdem der Hausbesitzer in den Urlaub fliegt, ein Profi ist.

Es wird sich herausstellen, dass die Alarmanlage den Hausbesitzer maßlos enttäuscht, obwohl er sich doch so sicher mit ihr fühlte. Unsere Oma weiß nicht, dass sie gleich auf einer Straße, die sie nur einen halben Kilometer weiter überquert, von einem Raser angefahren wird. Der Polizist und die gefühlte Sicherheit, die er ausgestrahlt hatte, waren vergebens. Dem Hausbesitzer wird hingegen zu Gute kommen, dass der Profieinbrecher von einem Polizisten gestellt wurde, als er in eine Verkehrskontrolle kam. Zufälligkeiten, Unwegbarkeiten des Lebens. Hätten die Behörden den Verkehrssünder mal früher aus dem Verkehr gezogen.

Wieviele Bürger glaubten ihr Leben lang an den Rechtsstaat, bis sie vor Gericht bitter enttäuscht wurden — was für ein ungerechtes Urteil! Und wäre es für das Ergebnis 11. September ein Unterschied gewesen, wenn die Sicherheitsbehörden mit einem Budget von 100 Mrd. US-$ versagt hätten? HHH, der alte Hütchenspieler, schlägt aus einer Eigenschaft der menschlichen Wahrnehmung Kapital, die da lautet nur wahrzunehmen, was erkennbar ist, nicht aber, was verborgen ist. Während die Sicherheitskräfte der USA die Bürger nicht vor 19 Terroristen mit Teppichmessern schützen konnten, haben sie die Bürger aber vielleicht vor der Gefahr eines konventionellen Krieges beschützt, vor ausländischen Spionen, vor allem möglichen, was gerade nicht erkennbar ist. Es sagt ja auch niemand: Letztes Jahr hatte ich nicht Krebs bekommen, keine Herzprobleme, kein Diabetes, aber oft Migräne. Nein, man sagt: Letztes Jahr hatte ich oft Migräne. So wie die Oma, die von einem Verkehrsrowdy angefahren wurde, vielleicht vorher schon ihre Handtasche eingebüßt hätte, hätte nicht der Polizist an der Straße gestanden. Sie weiß es aber nicht. Daher muss sie es nicht beachten.

Um wissenschaftlich präzise zu sein, kann man die Qualität von Arbeit nicht nur am Ergebnis messen, sondern muss sich auch ansehen, welche Arbeit geleistet wurde.

Ein Mitarbeiter in einem Unternehmen, der sechs Monate intensiv an einem Projekt arbeitet, das dann als sinnlos erkannt wird und eingestellt wird, hat ja deshalb nicht ebenso miese Arbeit abgeliefert, wie ein Mitarbeiter, der die letzten sechs Monate im Wesentlichen das Windows-Kartenspiel gespielt hat. Messe ich komplexe Produkte und die ihnen innewohnende Leistung nur daran, ob das Ergebnis meinen Erwartungen entspricht, dann wird Sicherheit, Verteidigung und Recht zu einem Würfelspiel. Schon weil das Ergebnis von vielen Faktoren abhängen kann, die nicht zwingend mit der Qualität des Produkts zu tun haben müssen.

Was wäre für den Hersteller der erwähnten Alarmanlage, einen Privatanbieter, optimal für den Profit? Optimal wäre es, ein nicht hochwertiges Produkt teuer zu verkaufen. Genauso wie es für eine private Versicherung optimal ist, eine Versicherung zu verkaufen, die im Schadensfall nicht zahlt oder noch besser, bei der das Eintreten des Schadenfalls extrem unwahrscheinlich ist, die man dem Kunden also angedreht hat. Um jemandem ein Produkt anzudrehen, das er nicht braucht oder das nicht auf ihn zugeschnitten ist, redet man ihm z.B. ein, es bedeute einen Sicherheitsgewinn. Die gefühlte Sicherheit und die Zufriedenheit mit dem Produkt hält solange an, bis die Wirklichkeit dem Wohlbefinden einen Strich durch die Rechnung macht. Und da besteht überhaupt kein Unterschied zwischen einem staatlichen und einem privaten Sicherheitsprodukt. Beide können enttäuschen, also nicht der Erwartung entsprechen.

Und solche komplexen Systeme wie Landesverteidigung und Rechtsstaat sind in ihrer Qualität eben doch schwieriger zu beurteilen als eine Waschmaschine, die entweder die Wäsche wäscht oder nicht.

Ein Plädoyer für ein staatliches Monopol oder überhaupt irgendein Monopol kann daraus aber auch nicht geschlussfolgert werden. Dass ein Polizist, ein Feuerwehrmann oder ein Soldat meint, für die Allgemeinheit einen Dienst zu leisten und nicht nur ein Produkt zu verkaufen, kann aber für den Konsumenten durchaus von Vorteil sein.

Entscheidend ist die Erkenntnis, dass bei sehr komplexen gesellschaftlichen “Produkten” mit vielen Variablen die gefühlte Qualität häufig eine größere Rolle spielt als messbare Leistung. Und da ist das Vertrauen in den Staat bzgl. Sicherheit, Verteidigung und Recht bei vielen Menschen anscheinend größer, selbst wenn sich das Vertrauen manchmal als unberechtigt erweist.

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25 Antworten bis hierher ↓

  • Paul13 // 21. Februar 2008 um 12:04

    “Nicht zu widerlegen ist aber HHHs Argument, ein Monopol sei immer schlecht für den Konsumenten. Weil es die Preise eher nach oben treibt, während die Qualität schlecht sein kann.”

    Was ja nur heißt, daß der Staat bemüht sein sollte, wo immer möglich Konkurrenzsituationen sicherzustellen. Da das im staatlichen Rahmen durchaus möglich wäre, liegt der Verdacht nahe, daß es DDH gar nicht darum geht, eine privatwirtschaftliche Ausführung durchzusetzen, sondern darum, deren kollektive Finanzierung zu verhindern. Das riecht dann aber nach allerübelstem Sozialdarwinismus.

  • NUB // 21. Februar 2008 um 12:13

    Paul

    Das riecht dann aber nach allerübelstem Sozialdarwinismus.

    Diesen Eindruck erweckt auch HHH nicht zum ersten Mal.

    Die Idee, dass das Leben mit seinen vielen Zufällen, Pech und Glück, Krankheit und Gesundheit u.s.w. genau jeden der was taugt zur Elite gemacht hat und alle, die nicht Elite sind, deshalb nicht, weil sie nichts taugen, kommt da oft durch. Es wird besser sein mit was Besseres sein und verloren haben mit es auch verdient haben gleichgesetzt, weil so eine Ideologie für manche Leute am bequemsten ist. Aus keinem anderen Grund. Viele Unternehmer wissen, dass man auch mal Zeiten durchstehen muss, die schwieriger sind oder dass man auch mal am Boden liegt, aber wieder aufstehen muss. Nur die wenigsten sind immer oben! Es gibt durchaus Bestrebungen, die in aristokratische, vorbürgerliche Verhältnisse zurückfallen.

    liegt der Verdacht nahe, daß es DDH gar nicht darum geht, eine privatwirtschaftliche Ausführung durchzusetzen, sondern darum, deren kollektive Finanzierung zu verhindern

    Es geht DDH und seinen Freunden darum, jedwede Daseinsberechtigung des Staates zu eleminieren und diesen mit Strunk und Stiel auszumerzen. Nicht weniger als das.
    Ein Kollege der Freiheitsfabrik meinte mal, der Staat sei nicht mal fähig, vernünftig Brot zu backen, ihm sowas wie Sicherheit und Recht anzuvertrauen daher Blödsinn. Stimmt nicht, wie die aktuellen Geschehnisse zeigen, ist der Staat z.B. fähig darin, Reiche zu drangsalieren. ;-)

  • DDH // 21. Februar 2008 um 20:51

    http://www.perspektive2010.org/blog/2008/02/21/doppelauszeichnung-fuer-dominik-hennig-gerbrunn/

    Dem Sozialdarwinisten wird jetzt der Garaus gemacht!

  • NUB // 21. Februar 2008 um 22:30

    Der Link funktioniert nicht. Hat es sich da jemand doch anders überlegt?

    Nachtrag: Achso — ja der Daniel übertreibt manchmal gern ein bisschen, wenn er sich aufregt…

  • Libero // 22. Februar 2008 um 6:49

    @NUB
    Man sollte solche Operettenlibertären wie den DDH nicht ernstnehmen. Die markieren die ganz Harten, sind aber die Windelweichen. Sie überspielen ihre innere Unsicherheit und ihr mangelndes Insichruhen mit markigen Sprüchen. Politische Möchtegernmachos und Chickenhawks. Mehr nicht. Auseinandersetzen kann man sich mit gestandenen Männern oder Frauen, die wissen, was Arbeit und Verantwortung für Andere bedeuten. Das sind auch Menschen unter 30, aber die es sind, haben andere Lebensläufe aufzuweisen als DDH.

    Sieh dir doch mal Photos von H³ an. Sieht so ein Mann aus? Bläßlich unsicher, zaghaft, nur mit der Schrift und dem Mund ein Held. Der überspielt mit seinem Schreiben seine eigene Angst. Das ist kein Kerl, das ist ein Männlein. Der ewige Klassenbeste, der die Pubertät noch nicht abgeschlossen hat. Brav, beflissen, laaaangweilig.

  • Libero // 22. Februar 2008 um 6:49

    H³ meint HHH.

  • NUB // 22. Februar 2008 um 7:50

    Na ja, das Äußere eines Menschen ist wohl eher nach konservativen Kriterien ein Heldenmerkmal.

    Dass Intellektuelle die mühsam zusammengehaltenen und erkämpften gesellschaftlichen Ergebnisse anderer so mir nichts dir nichts in die Tonne hauen, ist nichts Ungewöhnliches.

    Ich begrüße die Vielfalt unterschiedlicher Ansichten von Bloggern und Publizisten. Du wirst bei jedem Autor teilweise zustimmen und teilweise nicht zustimmen können. Die Wirklichkeit groß verändern werden solche Minderheitenmeinungen wohl sowieso nicht.

  • Libero // 22. Februar 2008 um 9:09

    @NUB
    In dem Gesichtsausdruck eines Menschen kannst du seine Eigenständigkeit, sein Selbstbewußtsein und sein Willen, frei zu sein, erkennen. Das ist nicht eine Frage von körperlicher, sondern seiner inneren Stärke. Auf youtube ist eine Vortrag von ihm. Achte mal auf seine Augen und seine Körperhaltung. Siehst du da innere Stärke? Ich nicht.

    Ich würde sogar noch weiter gehen. Seine Ideologie ist aus seiner inneren Schwäche heraus entstanden.

  • NUB // 22. Februar 2008 um 10:00

    Es kann gut sein, Libero. Es kann sein, dass die politischen Einstellungen immer mehr mit der Person selber zu tun haben als mit der Welt, die sie umgibt. Aber das Psychologisieren und auch Pathologisieren führt auf dünnes Eis und meine Empfehlung lautet daher vorerst: Lassen wir das.

  • günni // 22. Februar 2008 um 14:36

    @Libero: DDH ist ja als Linkslibertärer, der sich stark von den neoliberalen Kalibern abgrenzt, (siehe paxx.tv) nicht unbedingt in Hoppes Fanclub. Und Polit-Physiognomie überlassen wir doch besser der esoterischen Braunzone!

  • luclog // 22. Februar 2008 um 19:54

    Diese homoerotische Beschreibung des Erbprinzen, gegen das üble Proletarier Antlitz des SPD Granden zu setzen, darauf muss man erstmal kommen. Mir fällt echt keine politische Richtung ein die sowas im Programm hat. Vielleicht Leute die vom Kaisereich schwärmen, aber da waren dann zwei Weltkriege dazwischen, bei denen die Leute mit den edlen unproletarischen Zügen nicht unbedingt unbeteiligt waren.

  • NUB // 22. Februar 2008 um 20:29

    luclog,

    Du solltest vielleicht dazu schreiben, dass Du Dich auf diesen Beitrag beziehst, hier war gerade von einer Aussage die Rede, die von Libero stammt.

  • NUB // 22. Februar 2008 um 20:38

    Das wird für die Liechtensteiner geschrieben:

    http://www.volksblatt.li/Default.aspx?newsid=12506&src=vb&region=in

    Auch deutsche Politiker betroffen?

    http://www.volksblatt.li/default.aspx?newsid=12573&src=vb&region=in

    Das vom BND erbeutete Material über deutsche Steuersünder stamme aus dem Jahr 2002 und reiche teilweise bis 1977 zurück.

    Oha, das könnte noch einige Schlagzeilen füllen…

  • lydia4krasnic // 22. Februar 2008 um 20:51

    Der Glaube an den Staat ist eben ein irrationaler Aberglaube. Das Projekt der Aufklärung liegt diesbezüglich noch vor uns!

  • lydia4krasnic // 22. Februar 2008 um 20:53

    @NUB: Robert Nef vom “Liberalen Institut” in Zürich schreibt auf freilich.ch:

    “Kein geringerer als John Stuart Mill hat progressive Besteuerung als eine Form von Raub bezeichnet. Wer sich nicht berauben lassen will, und dabei das Asyl und die legalen privatrechtlichen Instrumente eines Nachbarstaates benützt, begeht aus meiner Sicht keine Straftat. Wer aber als Angesellter Daten entwendet und damit seinen Arbeitgeber erpresst, ist ein Straftäter, und wer diesem Straftäter das Diebesgut abkauft, ist ein Hehler, auch wenn das Geld aus der Staatskasse stammt. Umso schlimmer. Meines Erachtens können solche Zusammenhänge nicht durch politisch-fiskalische “übergeordnete Kriterien” ausser Kraft gesetzt werden. Auch nicht durch die Formel “Recht ist, was dem Deutschen Volke (und dem deutschen Fiskus) nützt”.

  • luclog // 22. Februar 2008 um 22:08

    Ich bezog mich auf den Ausdruck “Polit-Physiognomie” bei Günni. Und da ihr über den Beitrag von DDH gesprochen habt, der ja auch diese Physiognomische Unsäglichkeit von KS thematisiert, dachte ich das wäre nachvollziehbar. War es aber wohl nicht.

    Was soll das eigentlich mit diesen DDH, HDD, DHH, KMH, HMB, Kürzeln?

  • NUB // 22. Februar 2008 um 22:52

    Lydia,

    Lirum larum, wenn man in Deutschland lebt, hat man sich im Wesentlichen nach den Gesetzen zu richten oder man muss diese verändern. Oder auswandern. Das Problem ist nämlich auch, dass ja nicht nur hedonistisch orientierte Zeitgenossen auf die Idee kommen könnten, das Recht ein bisschen selber auszulegen. Wenn jeder nur das befolgt, was er für richtig hält, haben wir Anarchie. Dazu wäre es aber praktisch, vorher den Staat abzuschaffen, weil der Staat nämlich Geld kostet. Und das muss ja irgendwo herkommen.

    Also ist die Reihenfolge: Erst Staat abschaffen, dann kein Geld mehr zahlen, nicht erst kein Geld mehr zahlen, dann Staat abschaffen. Wobei der Staat sowieso nicht abgeschafft werden wird, weil die meisten Leute nicht zur Elite der Elite gehören, die sich sicher sein kann, keinen Staat zu benötigen. Und damit fangen dann auch alle Auswüchse an, die Ausweitung der Überwachung, die Wucherungen im Steuerrecht und allgemein die hohe Staatsquote. Aber ändert alles nix, auch ein Minimalstaat würde Geld brauchen.

    Mir gefiel halt die Art und Weise nicht, repressiv aufzutreten, von Asozialen zu reden und Exempel zu statuieren, ein liberaler Staat agiert so jedenfalls nicht, eher ein autoritärer Staat. Und Nachbarn/Kleine Länder-Bashing ist halt auch nicht so mein Ding, zumal ich nicht glaube, dass eine Bank in Südamerika, Südafrika, im Orient oder in Asien keine Ideen hat, wenn ich mit einem Geldkoffer vorbeikomme…

  • NUB // 22. Februar 2008 um 22:53

    luclog

    Was soll das eigentlich mit diesen DDH, HDD, DHH, KMH, HMB, Kürzeln?

    Ach, das sind so Codenamen wie 007, wir sind da alle in einer Sekte zur Erlangung der Weltherrschaft und so, nix Aufregendes. ;-)

  • lydia4krasnic // 23. Februar 2008 um 20:25

    @NUB: Nein, erst dem Staat das Geld (=Unfugpotential) entziehen und dann stellt sich die Freiheit von ganz alleine ein.

    Im übrigen ist Recht und Gesetz nicht dasselbe! Das sollten wir aus dem Versagen des Rechtspositivismus im 20.Jahrhundert aber wenigstens gelernt haben. Stichwort “rule of law” und Stichwort “nomos versus thesis”. Nur mal so in den Wind gesprochen…

    @luclog: wer ist KS und was hat DDH wo zu ihm gesagt?

  • luclog // 23. Februar 2008 um 21:45

    @ Lydia

    Harhar, hab selber Stunden gebraucht um das Rätsel zu entwirren. Da muss man hier scheinbar durch. Ist so eine Art Initiationsritus.

  • NUB // 23. Februar 2008 um 21:59

    @Lydia

    Nein, erst dem Staat das Geld (=Unfugpotential) entziehen und dann stellt sich die Freiheit von ganz alleine ein.

    Oder man landet im Knast.

    Im übrigen ist Recht und Gesetz nicht dasselbe!

    Deshalb muss es ja die Möglichkeit geben, Rechtsverhältnisse zu verändern. Den Weg, den Staat abzuschaffen, der nun mal solange er existiert Geld kostet, werden die meisten Menschen nun mal nicht mitgehen. Da hast Du also zunächst mal Pech. Wenn man nicht 100% erreichen kann, wäre es aber vielleicht klug, Du würdest Dich darauf konzentrieren, was erreichbar ist. Nur mal so angemerkt.

    @Luclog

    Da gibt man sich hier liebevoll Mühe, alles schön zu ordnen und es wird noch rumgemeckert. :-)

  • Libero // 24. Februar 2008 um 9:31

    @Günni

    Es bleibt dir überlassen, anders zu urteilen. Nach 25 Jahren Selbständigkeit wäre ich verlassen, wenn ich mich im Geschäftsleben nur darauf verlassen würde, was einer sagt. Entscheidend ist, wie er es sagt. Mimik, Gestik, Körperhaltung. Diese Kriterien soll ich also weglassen, wenn ich mich der hehren reinen engelsgleichen Welt der Libertären nähere? Ich kann schon verstehen, warum. Vor 25 Jahren war ich auch so kopflastig. Theoretisch äußerst versiert, aber bar jeder Lebenspraxis. Leider gibt es kaum Lebensprüfungen, wo eine solche Begabung sonderlich zählt. Außer im Dunstkreis der Pfründenwirtschaft der Universitäten, Institute, NGOs und Gönner.

  • Libero // 24. Februar 2008 um 9:53

    Um das noch mal klarer zu sagen. Es kommt nicht nur auf die Analyse des bestehenden Systems an, sondern auch auf die Analyse und das Durchdenken der aufzubauenden Ordnung. Eine andere Ordnung entsteht nicht aus der Rückschau auf das Gegenwärtige, sondern durch das offene wahrnehmungsbereite Nachvorneblicken. Wahrnehmen und Analyse reichen nicht aus. Es zählen vor allem Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Man kann natürlich blenden, aber die wenigsten Menschen haben ihre Mimik, Gestik und Körperhaltung immer im Griff, die ein erstes Urteil dieser Fähigkeiten erlauben.

    Mag sein, daß Libertäre Analytiker sind. Sind sie wahrnehmungsfähig, sind sie entscheidungsfähig, sind sie handlungsfähig? Wirklich? Das Schlimmste, was Libertären passieren kann, ist die Verwirklichung ihres ersehnten Paradieses. Also ganz ehrlich, es würde mir Spaß machen, ihren Lebenstraum, das staatsfreie Leben, zu realisieren.

    Dann würden die Hasen der Analyse merken, daß die entscheidungs- und handlungsfähigen Igel ihre Ordnung und nicht ihre Ordnung entstehen lassen. Würden sie es merken. Die Hasen merken ja nicht einmal, daß sie Hasen sind.

  • NUB // 24. Februar 2008 um 10:12

    Was für Hasen? Und “daß die entscheidungs- und handlungsfähigen Igel ihre Ordnung und nicht ihre Ordnung entstehen lassen” habe ich nicht verstanden.

  • Libero // 24. Februar 2008 um 10:23

    @NUB
    Mit den Häselein sind die analysierenden Libertären gemeint. Mit den Igeln die Menschen, die sich den Freiraum für ein staatsfernes Agieren bereits jetzt geschaffen haben und die Staaten nur gebrauchen, sich aber von ihnen nicht gebrauchen und schon gar nicht mißbrauchen lassen. Die analysieren nicht und schreiben darüber Bücher, die entscheiden und handeln.

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