Wie wäre es dann, die Subventionen gar nicht erst zu zahlen? Die ganze moralisierende Kritik an der bestimmten Sorte Unternehmer und Unternehmen, die nur auf den schnellen Euro aus sind, basiert doch im Wesentlichen auf der fragwürdigen Annahme, man müsse sich ja zwingend hinters Licht führen lassen oder noch härter: Verarschen. Nun solle der, der radikal seinen wirtschaftlichen Vorteil sucht — in der Wirtschaft nicht überraschend — moralischer werden. Bei Siemens und BenQ wurde das Thema schon mal in eine ethische Richtung gelenkt.
Was ja im einen oder anderen Fall als Appell oder mit etwas Nachdruck klappen mag, ist im Großen, gar global gedacht, ein geradezu irrwitziges Unterfangen. Wirtschaft nur noch so zu akzeptieren und danach auszurichten, dass sie für das Allgemeinwohl verträglich ist.
Denn schließlich kann niemand dafür sorgen, dass sich alle Mitspieler im Wettbewerb immerzu nur um das Wohl der Mitarbeiter bemühen, genug zahlen, schöne und qualitativ hochwertige Produkte zu vernünftigen Preisen anstatt überteuerten Schund verkaufen etc. Noch nicht mal eine totale Diktatur kann das. Die selektive Abschaffung des puren Egoismus (nur bei Unternehmen und Investoren) ist mit Sicherheit genauso eine Utopie wie die generelle Abschaffung des Egoismus.
Staatliche Rahmenbedingungen enden überwiegend an der Grenze des Staates. Im nationalen Bereich ist es da in Zeiten der Globalisierung schon zielführender, sich auf den Mittelstand zu verlassen, anstatt auf die Empathie und das soziale Engagement der Großkonzerne und Global Player zu hoffen und diese steuerlich zu begünstigen bzw. zu subventionieren.
Wenn es die Verbraucher, die ja oft auch Arbeitnehmer sind, wirklich so sehr interessiert, nach welchen moralischen Prinzipien Unternehmen ihre Entscheidungen treffen (und nicht nur, wo es Produkt XY am billigsten gibt), dann kann man jedem nur empfehlen, sich über die Unternehmen näher zu informieren und seine Kaufentscheidungen, z.B. beim nächsten Handy, danach auszurichten.
Zahlt aber der Staat Subventionen an ein Unternehmen und dieses wartet die Bindefrist ab, um sich aus dem Staub zu machen (was es dann darf, aber nicht sollte), dann hat (mal wieder) der Staat (unser) Geld vergeudet. Und darüber sollte man sich vielleicht auch ein kleines bisschen aufregen.
Man kann es auch anders ausdrücken: Der Staat hat für eine befristete Dauer Beschäftigungsverhältnisse gekauft. Man muss die Frage stellen, ob er das sollte. Oder ob das nicht die Folge vorangegangener Fehler ist, die man mit Subventionen ein bisschen kaschiert. Aufgehübschte Arbeitslosenstatistiken lassen grüßen.
1 Antwort bis hierher ↓
vaterlandslose-gesellen // 21. Januar 2008 um 8:58
So geht es nicht mehr weiter.