So irre ist Politik. Da meldet sich der Joschka Fischer in der Newsweek, um Merkel eine Risk-Avoiding-Strategy vorzuhalten. Klar, jetzt spricht er nicht mehr als Grüner. Aber er hat ja nun auch nicht verlautbaren lassen, seine inneren Überzeugungen um 180° gedreht zu haben. In seinem neuen Buch kritisiert er die amerikanischen Neocons. Und nun das:
is no longer supportive of Turkey’s accession to the European Union, and has weakened its commitment in Afghanistan by not sending troops into the south. Indeed it is obvious that here, too, Merkel is following a risk-avoidance strategy that is popular but has strengthened the country’s isolationist mood.
Ja was wäre denn wohl unter Rot-Grün anderes passiert? Etwa mehr Truppen für den Süden, Bundeswehr in Kampfeinsätzen, oder was? Natürlich nicht. Und die Aufnahme der Türkei in die EU hätte Rot-Grün auch nicht im Eilverfahren bewirkt. Zu seiner Partei und ihrer Politik haben Joschkas Aussagen scheinbar keinerlei Bezug mehr:
Und die deutsche Bevölkerung ist seit Joschkas USA-Reise schließlich auch nicht ausgewechselt worden. Gerade so als ob Stimmungen unter Rot-Grün nie ein Thema gewesen seien.
Es ist im besten oder schlechtesten Sinne des Wortes alles beim Alten. Aber sobald die Regierungschefin keine Rote oder Grüne ist, sind Dinge, die sonst immer ganz selbstverständlich waren, auf einmal Kritikpunkte. Ach herrje.
Stattdessen könnte sich der Joschka ja mal fragen, warum Schröder so deutlich gegen den Irakkrieg war und ob das nicht auch etwas mit “popular but has strengthened the country’s isolationist mood” zu tun hatte.
1 Antwort bis hierher ↓
Bloglinks am 04. November « Zennews’s Weblog // 4. November 2007 um 20:53
[...] Joschka in the US of A bei Neues Und Bekanntes [...]