Neues Und Bekanntes

Über Hooters und tadellose Gesinnung

15. Juni 2007 · Kommentar schreiben

Greg hat ein bisschen “Kritik” zum Thema Hooters-Eröffnung in Zürich entdeckt, bei der vor allem eines stört: Der typisch antiamerikanische Neid auf kreative Ideen, mit denen wahrscheinlich Mio. verdient werden, die Verachtung dessen, was man auf der anderen Seite tagtäglich als Teil der eigenen Kultur praktiziert.

Haben “amerikanische” Ideen das Stadium erreicht, dass andere auf den Zug aufspringen, wird über Kulturimperialismus und Amerikanisierung geschimpft. Wenn diese amerikanische Kultur so primitiv, verlogen, minderwertig ist, warum ist sie dann so erfolgreich? Hört doch einfach auf, Amizeug zu essen, zu trinken, zu tragen und nachzuahmen. Dabei ist die Amerikanisierung kulturell eher schon auf dem Rückzug.

Aber darum geht es gar nicht. Dirk Maxeiner hat neulich formuliert, um was es geht.

Je mehr der American Way zur Nischenkultur schrumpft, desto lauter regen sich immer mehr Leute über die kulturelle Vorherrschaft der USA auf. (…)

Mit ein paar flotten Sprüchen gegen Bush, Bulettenbrötchen und die Nichtunterzeichnung des Kiotoprotokolls kann man heute nicht nur in Heiligendamm oder auf Münchner Parties punkten. Dieses Gedankengut ist fast überall auf der Welt kompatibel. So findet man sofort Freunde und kann sich gegenseitig zur tadellosen Gesinnung gratulieren. Die Anti-US-Kultur ist unwiderstehlich.

Besser hätte man es nicht sagen können.

Kategorien: Bekanntes · Gesellschaft · Medien · Politisches

0 Antworten bis hierher ↓

  • Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.

Kommentar schreiben