Die 112

Habe einen Zeitungsartikel gelesen, in dem die einheitliche Notrufnummer 112, die in Europa gilt, gerühmt wird. Siehe auch: Süddeutsche.

Die Bestrebungen dafür reichen bis 1991 zurück. 2003 hätte es schon so weit sein sollen. “Gut Ding will Weile haben” las ich da.

Schade, der normale Arbeitnehmer kann seinem Chef nicht so leicht mit diesem Argument kommen.

Die beteiligten Systeme sind sicher komplex, die Umstellung einer Rufnummer dürfte aber normalerweise etwas flotter gehen.

Max Planck zum 150.

Max Planck wäre heute 150 Jahre alt geworden. Interessanterweise sah Planck Gott und die Physik nicht in einem Widerspruch zueinander, allerdings erschienen ihm seine physikalischen Theorien bisweilen schon zu revolutionär, da wollte er wohl in anderen Bereichen versöhnlicher wirken.

Heute tragen hochmoderne Forschungseinrichtungen seinen Namen. Aber wussten Sie, dass es ein Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht gibt?

Die Sonne ist es

Bisher völlig unterschätzt scheint der Einfluss der Sonne auf das Klima der Erde. Luclogs Beitrag dazu.

Charles Darwin Archiv komplett online

Darwin’s private papers online (BBC)

Er und seine Thesen haben im politisch-sozialen und kulturellen Bereich anders als in der Naturwissenschaft scheinbar etwas Anrüchiges, etwas oft ungesehen Anrüchiges.

Allein schon der Begriff Darwinismus ruft im Bereich der politischen Auseinandersetzungen Assoziationen wie Sozialdarwinismus, Rassenkunde und Drittes Reich hervor, missbrauchten doch Rassenkundler und besonders die Pseudowissenschaftler der Nazis Naturwissenschaft gezielt für ihre Propagandazwecke und verflochten dies u.a. mit Darwin, der natürlich vom Denken seiner Zeit nicht völlig frei war.

Unverrückbar scheint Darwin mit Survival of the fittest und seiner oft verkürzten Übersetzung “Überleben des Stärksten” verbunden, von wo aus es nur noch ein Schritt zum viel beklagten und häufig bekämpften “Recht des Stärkeren” zu sein scheint. Von der eigentlichen und ursprünglichen Beobachtung der Natur und ihrer Gesetzmäßigkeiten, die tatsächlich eine Anpassung der Lebewesen an die Regeln der Natur erfordern, ist diese Übertragung auf die menschliche Gesellschaft so weit entfernt wie es nur geht. Ist doch selbstverständlich richtig, dass der Mensch sich in seiner Willkür und auch in seinem Bemühen, sich über Natur hinweg zu setzen, von dieser entfernt und menschliche Gesellschaft daher in großen Teilen eigenen und anderen Regeln folgt.

Die politische Instrumentalisierung haftet der Naturwissenschaft zumindest in der Betrachtung vieler linker Zeitgenossen bis heute negativ an. Und manchmal gibt es durchaus Indizien, die dafür sprechen, dass Erkenntnisse nicht um der Erkenntnisse Willen, sondern um ihrer Nutzbarmachung interessant sind. Bloß gilt das für andere Wissenschaften nicht minder.

Ob die Klimawandelpanik und ihre Wirkung auf andere Wissenschaften oder Terrorismus in der Geschichtswissenschaft, Psychologie, Soziologie, die Weltwirtschaft in den Wirtschaftswissenschaften, ob die Konjunkturprognosen nach den Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft, vieles hat direkte Querverbindungen zu Politik und welche Politik aus der Erkenntnis heraus empfehlenswert ist. Die Pfeiffer-Studie zu den Kindermorden im Osten, die hier auch schon mal Thema war, geschichtliche Erkenntnisse zu den 68ern, zur DDR, zur UdSSR, überall stecken politische Verwertbarkeit und politische Motivation mit drin oder ergeben sich.

Es wäre daher in der Tat tiefste Fortschrittsfeindlichkeit und selektives Misstrauen, nur gegenüber den Naturwissenschaften als kritischer Bedenkenträger und Mahner aufzutreten und sie, wie bei Darwin, in eine Schmuddelecke zu verlegen. Dass man sich dann speziell bei Darwin mit religiösen Extremisten in einem Boot befindet, kommt noch erschwerend hinzu.

Wie in vielen anderen Fällen ist es empfehlenswert, sich die Aussagen wirklich anzusehen, nicht nur die Aussagen derer, die über jemanden reden oder sogar über jemanden reden, der darüber redet. Einfacher gesagt: Primärquellen.

68er Diskussion bei Maybritt Illner

Zu den aufschlussreicheren Politikrunden zählte die Maybritt Illner-Sendung zum Thema “Die 68er - Befreier oder Zerstörer?”, in der ZDF Mediathek (Suchbegriff 68er) abrufbar. SPIEGEL und taz haben die Sendung kommentiert. Einige Anmerkungen:

Claus Peymanns und Jutta Ditfurths Kritik, die Betrachtung der 68er werde den damaligen Verhältnissen nicht gerecht und verteufle alles was damals an linkem Engagement da war (Emanzipationsbewegung, K-Gruppen, Antikriegsbewegung, Antifaschismus…) über die RAF kommend, mag teilweise zutreffen. Leider wird dieser, auch von Heiner Bremer behaupteten Undifferenziertheit keineswegs ein besseres, differenzierteres Bild entgegen gestellt, kein besserer Kritikansatz, sondern vielmehr verklärend und über weite Strecken auch verfälschend dem reinen Negativbild ein fast reines Positivbild entgegen gehalten. Was auch menschlich sein mag, die eigene Jugend wird wohl jeder eher positiv zeichnen und die Verfehlungen und Irrtümer im Nachhinein kleinreden. Hier geht es aber um Mio. von Leuten, die gleich oder ähnlich dachten.

Anstatt aufzuzeigen, wie Götz Aly, Ex-Revoluzzer und Historiker, seine Kritik am Mao-Kult, an der fehlenden Distanzierung vom Totalitarismus und an Gewaltbereitschaft in der Gesinnung der 68er differenzierter gestalten könnte, fällt Claus Peymann nur ein, dass er sich heute beim Thema Irakkrieg und generell genauso viel Idealismus und revolutionären Geist wünschte wie damals. Bis hin zur hanebüchenen Behauptung, der Vietnamkrieg der USA habe noch etwas mit Kolonialismus zu tun gehabt, die Peymann völlig unverändert ins Jahr 2008 übernimmt.

Mit anderen Worten: Wir hatten immer Recht und haben noch immer Recht. Die, die uns kritisieren, treffen mit ihrer Kritik überhaupt nicht den Punkt, sondern wollen nur delegitimieren. Eine Argumentation, mit der auch anderswo Linke sich gegenüber der Kritik absichern wollen.

Besonders interessant ist das Abschmettern der Kritikansätze von Bettina Röhl und Götz Aly in der Illner-Debatte aber deshalb, weil da zwei Spezialisten auf dem Gebiet von vornherein unterstellt wird, nur ein Buch verkaufen zu wollen oder wie Peymann gegenüber Röhl äußert, noch zu jung gewesen zu sein und bloß ein (emotionales) Problem mit der Mutter (Ulrike Meinhof) zu haben. Auch wenn Bettina Röhl und Götz Aly womöglich zu stark pauschalisieren oder unterstellend arbeiten, was jeder tut, der zu einer Aussage gelangen möchte: Wenn Peymann und Ditfurth bei den beiden nichts einfällt, was in der Sache an Kritik aufgreifbar wäre, sondern nur “Alles Quatsch, ich lange mir an den Kopf”, dann sind die beiden kritikresistent und unbelehrbar, niemand könnte überhaupt mit Argumenten an sie herankommen.

Der Haupt”fehler” bei der Verteufelung von 68 liegt wohl tatsächlich in der Subsummierung zu einem typischen 68er, der bis hin zur RAF alles verinnerlicht haben musste, was assoziierbar ist. So muss ja nicht jeder drauf gewesen sein, dass aber viele es waren und eben auch Mao toll fanden, während Demokratien verworfen wurden, in der Revolution aufgelöst statt reformiert werden sollten, bleibt trotzdem zutreffend. Wie in der Sendung gesagt wird, zu einer selbstironischen Betrachtung fehlt den 68ern aber etwas. Zu einer selbstkritischen bisweilen auch. 68 ist sicher nicht alleinschuldig an der RAF, aber es hat etwas damit zu tun.

Die RAF kommt aus keinem bürgerlichen, keinem CDU-, Junge Union- oder sonsteinem Zusammenhang, sondern aus einem klar der linksradikalen Szene von damals zuzuordnenden Zusammenhang. Dass dies nicht alle von anderen vertretenen emanzipatorischen und sonstigen Anliegen delegitimieren sollte, ist richtig, kann aber nicht der Kern der Aufarbeitung und Analyse oder irgendeiner Selbstkritik sein, die der Geschichte gerecht wird.

Mit dem Verweis, dass es ja auch anderes gab außer Totalitarismus oder dass es ja auch ein paar gab, die die DDR nicht toll fanden und gegen die Mauer waren, ist die Kritik nicht weggewischt. So ein flapsiger Umgang mit Kritik an der eigenen Position durch alte Linke bis heute zeigt, wie wenig der Streit mit wirklich Andersdenkenden bei der Linken damals üblich war, wie rechthaberisch und arrogant man sich über alles meinte hinwegsetzen zu können und auf eine utopische Zukunft nach der Revolution verweisen zu können.

Entlarvend ist da auch, dass die, die ihre Meinung ändern, als “Überläufer” bezeichnet werden. Ein Indiz dafür, für wie unveränderlich man die eigene linke Position hielt, ähnlich einem sehr dogmatischen Glaubensbekenntnis.

Man ist schlicht zu einer Diskussion abseits der eigenen Prämissen kaum in der Lage, ist es gewohnt, andere über die eigenen Voraussetzungen auf dem Weg zum Kern der Sache argumentativ verhungern zu lassen. So wie ein Theaterregisseur, der erst mal seine eigene Kulisse aufbauen muss und dann auch nur die Schauspieler nach Drehbuch verfahren lässt.

Weder die freie Rede, noch die Infragestellung der eigenen Sichtweise ist vorgesehen, erprobt, bekannt. So müssen die Maoisten damals in China gewesen sein. Vor allem eben, wenn Ditfurth im Einklang mit Peymann die im Grunde höchst kindische Ansicht vertritt: Wenn Eure Kritik nicht alle 68er zugleich trifft, dann ist sie allgemein Quatsch.

Man sorgt durch eine Auffecherung der 68er erst dafür, dass keine Kritik überhaupt greifen kann, überhaupt einen Ansatzpunkt finden kann, sucht sich auch selber keinen und bemängelt dann die Verallgemeinerung. Zeigt eindeutig, dass Kritik nicht gewünscht ist. Dabei ist das bis heute oder gerade heute ein wichtiges Thema und wäre auch im Hinblick auf die heutige Linke diskussionswürdig.

Peymann wollte in dieser Diskussion aber lieber den Unverbesserlichen, Unbelehrbaren spielen, an dem alles abperlt und der tatsächlich zu glauben scheint, mit einer Wiederbelebung revolutionärer, gar krawalliger Aktion ohne kritischer Inhaltsbestimmung sei der Gegenwart gedient. Der Versuch, hier ein differenzierteres Bild der 68er entgegen zu setzen, ist Peymann und Ditfurth gründlich misslungen. Eher klischeehaft jedes Vorurteil bestätigt kann man da nur sagen.

Benedikt XVI. in den USA und “Education and Sharing Day”

Präsident George W. Bush hat gestern Papst Benedikt XVI. mit seiner Frau Laura und Tochter Jenna in den USA begrüßt. Das katholische Kirchenoberhaupt, das heute seinen 81. Geburtstag feiert, ist auf einer sechstägigen Reise durch die USA, bei der auch heikle Themen angesprochen werden sollen. Zum Beispiel:

«Tief beschämt» äußerte sich Benedikt zum Auftakt seiner sechstägigen USA-Reise über die Fälle von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen durch US-Priester. Der Skandal, der die US-Kirche seit 2002 erschüttert, bedeute «großes Leiden» für die Opfer und für die Kirche, sagte Benedikt auf dem Flug nach Washington. «Wir werden alles tun, dass dies in der Zukunft nicht mehr passieren kann.» Daher wolle die Kirche «Pädophile vom Priesterdienst absolut ausschließen.» Die Zeitung «La Stampa» schrieb dazu: «Er wählt klare, starke Worte, mit denen er “Null Toleranz” gegenüber pädophilen Priestern ankündigt.» Quelle

Die Fälle hatten in den USA für Aufsehen gesorgt und die Katholische Kirche handelte sich viel Kritik ein.

Dieser Tage finden aber nicht nur die Katholiken Beachtung.

Dieses Bild zeigt Präsident Bush mit Chabad Rabbis (Chabad Lubavitch movement) beim Unterzeichnen einer Erklärung zum Education and Sharing Day, Anlass einen auf USA Erklärt zu machen. ;-)

Education and Sharing Day was established by the United States Congress in honor of the Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson’s (1902-1994), efforts in promulgating education and sharing, encouraging both Jews and non-Jews to focus on these areas.

During his lifetime, the Rebbe, of righteous memory, opened scores of schools and centers of education called “Chabad Houses,” and oversaw the publication of educational materials.

The day was designated on April 18, 1978, by president Jimmy Carter, and has since been annually proclaimed by the President of the United States on the anniversary of the Rebbe’s Jewish birthday, the 11th of Nissan. Quelle

Nissan meint natürlich nicht die japanische Automarke, sondern den ersten Monat des jüdischen Kalenders, nach dem Gregorianischen Kalender März/April.

Die Zerstrittenheit der Antiislambewegung

Im September soll in Köln ein Antiislam-Kongress stattfinden. U.a. geplant: Reden von Heinz-Christian Strache von der FPÖ und Jean-Marie Le Pen (Front National). Organisiert wird das Ganze von der “Bürgerbewegung” “Pro Köln”/”Pro NRW”, die sich anscheinend mit der NPD zerstritten hat (google).

Auf einschlägigen Seiten kann man in den Kommentarbereichen das ganze Elend anschauen. Da kann man sich nicht einig werden, wen man mehr verabscheut: Die “Musel” oder die USA und Israel “USrael”. Ob man die Bekämpfung der Moscheebauten überhaupt für wichtig erachtet oder nicht vielmehr alle Ausländer aus dem Land werfen möchte. Ganz wichtig natürlich, wer mehr Unzufriedene für sich gewinnen kann, NPD oder Pro Köln/Pro NRW/Pro Irgendwas.

Schon länger versuchen ja Teile der NPD da einen gewissen Spagat hinzulegen. Mit dem Achmedineschad und der Holocaustleugnung im Gepäck auf Schmusekurs mit Islamisten, solange es gegen die USA und Israel geht, solange die Bekämpfung der als jüdisch halluzinierten Verfassungsordnung und Demokratie im Sinne der eigenen Agenda ist.

Dieses aus purem Hass gepaart mit antisemitischer Paranoia konstruierte Gebilde wird dann Außenpolitik genannt. In Abgrenzung zur Innenpolitik, wo man völkischerdings gerne keine Ausländer mehr im Land hätte. Wozu natürlich auch Juden gezählt werden. Aber auch Muslime.

Das lässt sich noch mal in die Leute aufspalten, die mehr oder minder offen, aufgrund der strafrechtlichen Sachlage meist eher minder offen, das Dritte Reich bejubeln, jenen die eine andere Form eines nationalen Sozialismus, in jedem Fall einen national ausgerichteten Antikapitalismus vertreten, dann die Leute, die Verbindungen ins bürgerliche Milieu herstellen und darauf Wert legen, mit Springerstiefeln und Glatzen nichts zu tun zu haben, ihrer rassistischen Gesinnung aber zumindest unbeobachtet freien Lauf lassen.

Der Übergang war hier bislang fließend was die Pro-Bewegungen anging, eine andere Art von Rechts stellte die ganze Zeit PI dar, das sich weder für antiamerikanische, noch für antisemitische, bisweilen aber doch für nationalistische Ideen begeistert, ebenso im Gegensatz zur NPD das Christentum als Kraft gegen den Islam sieht; was öfters mit einem “arischen” Einschlag in den Kommentaren verbunden ist, der eher zur NPD passen würde. Dennoch muss man attestieren, dass die eindeutig antiamerikanische und antisemitische, mittlerweile auch bei den Nationalen als Antizionismus verbrämte Einstellung der NPD, verbunden mit der oft ausgeprägt antidemokratischen Gesinnung dieser Leute eine zu PI nicht wirklich kompatible, andere Art von Rechts darstellt. Zwar läuft die Bekämpfung der Islamisierung, die sich verschiedene Gruppen auf die Fahnen geschrieben haben, am Ende doch immer darauf hinaus, die Muslime nicht im Land zu wollen, bei der NPD weitet sich das aber auf alle Ausländer und auf die Juden aus, eine besondere Kritik am Koran findet nicht statt. PI und die Pro-Bewegungen sind eher auf eine Anknüpfung ans bürgerliche Lager ausgelegt, stehen aber mit ihren Rezepten genauso vor einer Wirklichkeit, in der die Muslime Muslime bleiben und im Land bleiben. Da man das Grundgesetz und die Demokratie im Gegensatz zur NPD zwar nicht bekämpft, aber die Glaubensfreiheit zumindest nur selektiv gelten lassen möchte, bleibt natürlich die Frage im Raum stehen, ob die bürgerliche Richtung ein Radikalisierungspotenzial in eine andere Richtung besitzt.

Obwohl in den verschiedenen Lagern eifrig daran gearbeitet wird, das eigene Gedankengut massentauglicher zu vermarkten und zu diesem Zweck Bündnisse einzugehen, kann man diesem Vorhaben aufgrund der Zerstrittenheit der Rechten keinen Erfolg prognostizieren. Als kurzfristige Protestparteien hier und dort können die alle ihre kleinen Erfolge feiern, am Ende fehlen doch überall die konstruktiven, gesellschaftlichen Pro-Konzepte, die wirklich wissen, was man will und nicht nur, wen man alles nicht will.

Großes SZ

Unicode 5.1 enthält das große ß.

Die am 4. April veröffentlichte Unicode-Version 5.1 enthält nun als Zeichen U+1E9E ein “LATIN CAPITAL LETTER SHARP S”. Da das Unicode-Konsortium jedoch nur wenige Einsatzfälle für diesen Großbuchstaben sieht, schreibt die Norm weiterhin vor, bei automatischer Konvertierung “ß” in die Großbuchstaben “SS” zu wandeln. Umgekehrt soll aus einem versalen ß automatisch ein kleingeschriebenes werden. Quelle

Siehe auch IT-weblog.

Wer’s braucht…

Eins zu 450

Diese Kollisionswahrscheinlichkeit mit der Erde hat Nico Marquardt (13), Schüler des Potsdamer Humboldt-Gymnasiums für Apophis berechnet.

Es ist das Instrument des Astrophysikalischen Institutes Potsdam (AIP) in Babelsberg, mit dem der Potsdamer Schüler selbst Aufnahmen machte von jenem Brocken im All, von dem die US-Weltraumbehörde NASA kurzzeitig sogar annahm, er werde im Jahr 2036 mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 37 auf die Erde aufschlagen. (…)

Der Gymnasiast kam, sah durchs Fernrohr, rechnete mit einem Faktor, den die Nasa-Spezialisten nicht auf dem Schirm hatten - und siegte. Bei seinen Berechnungen kam er auf eine Einschlagswahrscheinlichkeit von eins zu 450.

Eine Sensation: Die Nasa ließ der Europäischen Raumfahrt-Agentur ESA ausrichten, der Junge aus Potsdam habe recht. Beim Regionalausscheid von „Jugend forscht“ erhielt er mit seinem Thema „Der Killerasteroid Apophis“ einen Sonderpreis und gewann auch gleich den Wettbewerb im Fachgebiet Physik. (…)

Doch was beachtete der Schüler des Humboldt-Gymnasiums, was die Nasa übersehen hatte? Er erkannte die Gefahr der Kollision eines der etwa 40 000 geostationären Satelliten mit Apophis bei dessen Erdpassage im Jahr 2029.

In einer entsprechenden Klasse unter “Gleichen” wäre doch der Streber Nico schon zusammengeschlagen worden. Dabei könnte Nico, der Astrophysik studieren und bei der NASA arbeiten möchte, uns vielleicht sogar einmal den Arsch retten.

Der vielleicht „spannendste Moment der Menschheitsgeschichte“, wie Nico Marquardt verspricht, vollzieht sich ausgerechnet am Freitag, den 13. April 2029 um 22 Uhr 45 mitteleuropäischer Zeit. Dann fliegt die aus Eisen und Iridium bestehende Weltraum-Kartoffel, 320 Meter im Durchmesser und 200 Milliarden Tonnen * schwer, in lediglich 32 500 Kilometer Entfernung an der Erde vorbei.

(…) nach weiteren sieben Jahren kehrt Apophis, der in 323 Tagen die Sonne umkreist, zur Erde zurück, wieder an einem 13. April. Die Wissenschaftler werden anhand der dann möglichen genauen Flugbahnberechnungen sagen können, ob er am 13. April 2036 die Erde treffen wird oder nicht. Ein Aufschlag wäre verbunden mit einer Katastrophe biblischen Ausmaßes. Die freigesetzte Energie entspräche der von 65 000 Hiroshima-Bomben.

(Quelle)

Die Wissenschaftler machen sich schon länger ernsthaft Gedanken, wie sie einen großen Asteroiden, der mit der Erde kollidieren wird, rechtzeitig aufhalten könnten.

* Wikipedia gibt die Masse in der engl. Version mit 26 Mio. Tonnen an, in der deutschen mit 83 Mio. Tonnen.

Kein Sitzenbleiben mehr in Berlin. Kein Scherz.

Das berichtet die Welt.

Da bleibt einem ja die Spucke weg. Ist das die bildungspolitische Zukunftsvision Deutschlands und zugleich die Perspektive, die Rot-Rot für Deutschland eröffnet? Unterschiede vielleicht noch als kleinen Hinweis festhalten (bis zur 8. Klasse können die Noten schon abgeschafft werden), aber sonst jeden Schüler durchschleusen. Anscheinend auch die mit mehreren Fünfen oder sogar Sechsen…

Die Ehrenrunde soll dann nur noch stattfinden, wenn Eltern und Schüler den ausdrücklichen Wunsch haben.

Und wer hat schon den Wunsch? Neues Schuljahr, neues Glück heißt es da. Ob das für die Lehrer den Unterricht erträglicher macht? Jetzt mal ganz allgemein gesagt, könnten die schlechten Schüler dann ja jahrelang kaum mitarbeiten und warten, bis es interessanter wird, vielleicht noch ein klein bisschen Mühe für den Abschluss investieren. Ohne Sitzenbleiben gibt es doch eigentlich nix, wovon man sich noch unter Druck gesetzt fühlen müsste.

So gesehen könnte man das Ganze ja als freiwillige Veranstaltung sehen, ist es aber nicht. Die Schulpflicht bleibt schließlich bestehen. Man pfercht also Schüler in einer Zwangsveranstaltung zusammen, schafft dann aber die Druckmittel sukzessive ab, mit denen sie zur Mitarbeit und zum Lernen gezwungen werden sollen und in ihrer Leistung bewertet werden. Es wäre doch sehr erstaunlich, wenn bei so etwas noch irgendwas Produktives herauskäme. Die dann wohl mit entfallende Notwendigkeit für Migrantenkinder, richtig Deutsch zu lernen, kommt noch hinzu. Sollen die Lehrer halt noch ein paar Sprachen lernen. Jetzt wo sie sich um das Versetzen der Schüler keine Gedanken mehr machen müssen, können sie ja an ihren Türkisch-Defiziten arbeiten.

Lehrer, die sich da ihre Nerven nicht komplett kaputt machen wollen, versuchen doch nur noch, Dienst nach Pflicht zu schieben und Unterricht, soweit die Schüler das noch dulden und vielleicht etwas Spaß daran haben. Lehrer, sicher kein Traumberuf. Erst recht nicht in Berlin.

„Durch die Ausweitung der Regelung auf alle interessierte Schulen, wollen wir den Einrichtungen ermögliche, bereits Elemente der Gemeinschaftsschule zu übernehmen“, sagt Steffen Zillich, bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion.

Es sei erwiesen, dass die gesetzlich verordnete Ehrenrunde nicht dazu geführt hat, dass der betroffene Schüler seine Leistungen verbessert hat, sagt Zillich. Dem Land kosten die Sitzenbleiber jährlich 50 Millionen Euro. Dieses Geld könne in der Förderung verwendet werden.

So gesehen schaffen alle Maßnahmen, die gravierende Unterschiede feststellen bzw. sanktionieren, unnötige Kosten.
Lassen wir doch die Leute aus den Gefängnissen raus, das kostet auch nur Geld und bringt nix! Kommt wohl auch noch… Und schaffen wir Arbeitszeugnisse ab, schaffen wir bei der Gelegenheit auch die Lebensläufe und polizeilichen Führungszeugnisse ab. Das Bundeszentralregister beim Generalbundesanwalt kostet doch sicher nur unnötig Geld. Schaffen wir einfach alles ab, was Menschen irgendwie unterschiedlichen Bewertungen aussetzt.

Dann ist zwar die Nachfrage nach Bewertungen noch genauso vorhanden und die Arbeitgeber schauen halt verstärkt über Einstellungstests, was dahinter steckt, aber das kann Rot-Rot dann ja einfach auch verbieten. Wir erklären einfach alle für gleich, sie sind dann zwar noch so unterschiedlich wie zuvor, das merkt dann aber keiner mehr so schnell und gut. So ungefähr scheint man da zu ticken.

Ob die Pleitegeier das eingesparte Geld dann wirklich für Förderung ausgeben, muss man auch erst noch sehen.